• Judith Malkowski

Mini PV-Anlage mit Mikrowechselrichter

Autor: Ingo Kurzweil, Mitglied der REE eG

REE eG

Neben den Photovoltaikanlagen, die man üblicherweise auf Hausdächern sieht, gibt es noch eine andere Art von PV-Anlagen, welche für Privathaushalte interessant ist. Es sind Mini PV-Anlagen mit Solarleistung bis 600W, welche einfach konstruiert und kostengünstig sind. Im Gegensatz zu den größeren PV-Anlagen sind sie mit Mikrowechselrichtern ausgestattet und man kann sie gegebenenfalls selbst installieren. Solche Mini PV-Anlagen werden gelegentlich auch als Balkon-Solaranlagen bezeichnet.


Die kleinen PV-Anlagen mit Mikrowechselrichter sind dafür gedacht, den Stromverbrauch im eigenen Haus oder Wohnung zu reduzieren und so die eigene Stromrechnung zu verringern. Eine Einspeisung von Strom ins Netz bzw. eine entsprechende Vergütung nach EEG findet bei diesen Anlagen üblicherweise nicht statt. Dafür kann eine solche Mini PV-Anlage in einem vereinfachten Anmeldeverfahren beim Netzbetreiben angemeldet und dann offiziell betrieben werden.

Die vereinfachte Anmeldung beim Netzbetreiber war für mich ein wesentlicher Grund, die Installation einer solchen Anlage in Angriff zu nehmen.


Hilfe für die Anmeldeformalitäten und viele weitere Informationen findet man beispielsweise auf der Web-Seite: www.MachDeinenStrom.de auf welche auch ich zurückgegriffen habe. Dort ließ ich als Erstes prüfen, ob in meinem Anschlußgebiet der Netzbetreiber überhaupt das vereinfachte Anmeldeverfahren für Mini PV-Anlagen unterstützt. Nach positiver Rückmeldung suchte ich mir über diese Web-Seite eine geeignete PV-Anlage aus. Dazu ist zu ergänzen, dass man bei dem vereinfachten Anmeldeverfahren nur 'Komplett-Anlagen' anmelden kann, eine Zusammenstellung der Anlage aus Einzelkomponenten ist so nicht anmeldefähig.


Ein passendes Angebot fand ich bei dem Anbieter 'CarpeDiem Energy' (www.volxpower.de). Dort suchte ich mir die Anlage MK690AP4 mit einem 600W Mikrowechselrichter und zwei 345W Solarpanelen aus, welche zur dieser Zeit etwas weniger als 600 Euro kostete. Die Daten zur PV-Anlage sowie Datenblätter und Zertifikate zu den einzelnen Komponenten kann man sich auch gleich bei 'MachDeinenStrom.de' herunterladen, man braucht diese Daten später wiederum für die Anmeldung der Anlage.



Parallel zum Kauf der Hardware der Anlage machte ich mich an die Anmeldung beim Netzbetreiber. Hierfür wird mit dem Formularservice von 'MachDeinenStrom.de' eine ganz wichtige Hilfe geboten. Auf der Webseite gibt man die relevanten Daten zum Hausanschluß und zur geplanten PV-Anlage ein und ein paar Tage später bekommt man die fertig ausgefüllten Formulare zum Einreichen beim Netzbetreiber zugesandt. Ebenso wird die Eintragung bei Marktstammdatenregister mit übernommen.


Nachdem die Anmeldung der PV-Anlage vom Netzbetreiber bestätigt und die Anlage geliefert worden war, ging es an die eigentliche Installation. Aufwändigster Teil ist die Installation der Solarpanele. Diese hängt stets vom konkreten Aufstellungsort und der Art der Befestigung ab. Auf jeden Fall sollte man auf Süd-Ausrichtung, sowie auf Platzierung mit freier Sicht zur Sonne und ohne Abschattung achten. Den Mikrowechselrichter befestigt man im einfachsten Fall direkt am Rahmen der Solarpanele, dann muß man nur noch das Netzanschlußkabel ins Haus verlegen. Außerdem ist es empfehlenswert, eine sogenannte 'Wieland-Energiesteckdose' für den Anschluß zu installieren. Handwerkliche und Fach-Experptise vorausgesetzt, läßt sich die Installation durchaus in ein, zwei Tagen bewerkstelligen.


Ist die Installation komplett, so braucht man nur noch den Stecker in die Energiesteckdose zu stecken und die neue Anlage wird bei Sonnenschein Strom produzieren. Um auch die formale Anmeldung abzuschliessen, ist als Letztes noch ein Inbetriebsetzungs-Protokoll auszufüllen und zum Netzbetreiber zurückzuschicken.


Außerdem ist zu beachten, daß bei Betrieb einer Solaranlage generell für den Hausanschluß ein elektronischer Zwei-Richtungs-Stromzähler vorhanden sein muß. Ist am Hausanschluß noch ein alter, elektromechanischer Stromzähler vorhanden, so wird der Netzbetreiber den Austausch des Zähler veranlassen. Ein solche Umstellung auf moderne Zähler ist allerdings von den Netzbetreibern sowieso für alle Haushalte in den nächsten Jahren geplant. Daher werden für den Wechsel keine Gebühren erhoben.


Betrachtet man die Wirtschaftlichkeit einer solchen Mini PV-Anlage, so sollte die installierte Anlage nach konventioneller Rechenweise im Jahr das Äquivalent von etwa 1000 Sonnen-Volllaststunden an Strom produzieren. Das sind bei einer Anlagenleistung von lediglich 600W am Ende des Jahres bis zu 600kWh weniger auf der Stromrechnung und bei den gegenwärtigen Tarifen sollte sich eine Ersparnis von ca. 200 Euro pro Jahr ergeben. Das ist zwar kein großer Gewinn, aber eine solche Anlage rentiert sich bereits nach wenigen Jahren und für mich ist es mein persönlicher Beitrag zur Energiewende.


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